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Als Rettungskraft in der Zeitarbeit - wie ist das eigentlich so?

Nikolas Rauschenberger, 23 Jahre, Notfallsanitäter aus Bayern, erzählt uns von seiner Motivation, seinen Erfahrungen, Erlebnissen und Wünschen. 

Übrigens: Der im Text erwähnte, zu einem früheren Zeitpunkt geplante Wechsel in die Schweiz, findet nun doch zum Juli 2019 statt. Wir wünschen Herrn Rauschenberger dafür alles Gute, bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und dafür, dass wir dieses Gespräch an dieser Stelle weiter veröffentlichen dürfen.  

Wie lange arbeiten Sie schon im Rettungsdienst und was hat Sie dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen?

Ich bin seit fünf Jahren hauptberuflich im Rettungsdienst tätig, seit 1 ½ Jahren als Notfallsanitäter. Während meiner Schulzeit habe ich aber auch schon ehrenamtlich in diesem Bereich gearbeitet. Ich liebe meinen Beruf und wollte ihn eigentlich schon immer ausüben. Das kommt sicher auch daher, dass mein Vater Rettungsassistent ist und ich sehr früh mit dem Beruf in Kontakt gekommen bin.

Was motiviert Sie am meisten bei Ihrer Arbeit und was war Ihr bislang schönstes Erlebnis als Notfallsanitäter?

Der Rettungsdienst ist meine berufliche Heimat und ein wichtiger Lebensinhalt. Man weiß nie, was auf einen zukommt, aber das macht auch mit den Hauptreiz für mich aus. Man hat viel Eigenverantwortung und kann sich fachlich sehr hoch qualifizieren. Demnächst mache ich noch die Ausbildung zum Praxisanleiter. Danach sind die beruflichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Rettungsdienst selbst zwar begrenzt, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden und möchte nichts anderes machen.
Es gibt immer wieder schöne und motivierende Erlebnisse im Rettungsdienst. In meinem ersten Einsatz für Hire a Paramedic konnten wir einen 51- jährigen Mann erfolgreich reanimieren, obwohl er während der Reanimation immer wieder Aufwachreaktionen zeigte und kein Notarzt vor Ort war. Nach 20 Tagen konnte der Mann die Intensivstation zu Fuß verlassen, seine Frau hat sich überschwänglich bei uns bedankt.

Wie sind Sie auf Hire a Paramedic gestoßen und warum haben Sie sich für eine Anstellung bei uns entschieden?

Ich habe mich vor einem dreiviertel Jahr zu einem beruflichen Tapetenwechsel entschieden, zunächst habe ich einen Wechsel in die Schweiz geplant. Das hat sich aber nicht ergeben und kurze Zeit später habe ich Hire a Paramedic auf der RETTmobil in Fulda am Stand besucht. Aufgrund des sehr positiven Gesamteindrucks habe ich Herrn Finkelmeier eine Intitiativbewerbung zukommen lassen, welche er auch innerhalb kürzester Zeit sehr interessiert beantwortete. Wir führten anschließend ein Bewerbungsgespräch via Skype, was für mich eine definitiv neue Erfahrung war. Das Gespräch war sehr konstruktiv und auch durch seine freundliche Art hat mich Herr Finkelmeier vollends von einer Mitarbeit bei Hire a Paramedic überzeugt.

Für mich bietet die Arbeitnehmerüberlassung aktuell bedeutend mehr Vorteile als eine Festanstellung bei einem Rettungsdienst. Ich habe eine 35-Stunden-Woche und viel mehr Freizeit als früher. Natürlich baue ich auch regelmäßig Überstunden auf in den Diensten, aber diese kann ich dann blockweise abbauen und habe so die Möglichkeit, mehrere Wochen am Stück frei zu nehmen. Dadurch ist meine Freizeit qualitativ hochwertiger als früher. Außerdem erlaubt mir mein Arbeitszeitmodell, nebenbei noch Fachartikel für Zeitschriften zu schreiben und viel zu reisen.  

Wodurch unterscheidet sich Hire a Paramedic von anderen Arbeitgebern im Rettungsdienst?

Bei Hire a Paramedic habe ich mehr Mitspracherecht in Sachen Dienstplanung und kann zum Beispiel selbst entscheiden, ob ich kurzfristig noch einen Dienst mache oder nicht. Ich bin viel unabhängiger, mein Gehalt ist super und mein Freizeitausgleich auch. Außerdem ist Herr Finkelmeier ein wirklich toller Chef, im Endeffekt genau das was man sich wünscht. Ich bekomme handschriftliche Postkarten von ihm und Einladungen per Email, mich mit potenziellen Fragen oder persönlichen Belangen an ihn zu wenden. Er bedankt sich regelmäßig für meine gute Arbeit und ich fühle mich rundum wertgeschätzt.

Im Vergleich zur Festanstellung beim Rettungsdienst trifft man seine eigenen Kollegen natürlich nicht täglich und man hat mehr Papierkram zu erledigen, was manchmal nervig ist. Man baut jedoch auch mit den Kollegen bei den Kunden selbst sehr schnell ein freundschaftliches Verhältnis auf, da gibt es wenig Unterschiede. Wenn man in die Arbeitnehmerüberlassung wechselt, verlässt man schon seine persönliche Komfortzone, aber für mich hat es sich in jedem Fall rentiert.

Welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Einsätzen bei verschiedenen Rettungsdiensten gemacht?

Ich bin von den Teams vor Ort bisher immer sehr offen aufgenommen worden und arbeite auf Augenhöhe mit ihnen zusammen. Manchmal gibt es eine gewisse Skepsis auf Seiten des Stammpersonals, ob man die Erwartungen erfüllen kann. Insbesondere wenn sie vorab schlechte Erfahrungen mit Leihkräften gemacht haben, muss man sich erst beweisen und Vertrauen aufbauen.

Die Mitarbeiter von Hire a Paramedic haben aber alle ein hohes Qualifikationsniveau, so dass die fachliche Integration ins Team auf jeden Fall leicht fällt. Ich persönlich verhalte mich anfangs eher abwartend, um möglichst schnell mitzubekommen, wie der Ablauf und die Strukturen vor Ort aussehen und welche Extrawünsche der Auftraggeber gegebenenfalls hat. Man sollte sich auf jeden Fall als Teammitglied begreifen, auf die anderen zugehen und die gleiche Arbeit machen wie die anderen.  Das erleichtert auch die soziale Integration ins Team.

Darüber hinaus muss man als Leihkraft natürlich darauf eingestellt sein, dass man bereits am ersten Tag in einem fremden Team kritischen Situationen ausgesetzt ist. Man sollte schon wissen was man tut, da das Führen eines eventuell völlig unbekannten Teams durchaus eine Herausforderung sein kann. Hire a Paramedic legt deshalb viel Wert auf eine gute Einarbeitung. So fahre ich grundsätzlich die ersten zwei Schichten als dritter Mann mit und werde auch intensiv auf die verwendeten Geräte geschult.

Was sollte im Rettungsdienst allgemein verbessert werden?

Da gibt es einiges, was im Argen ist. Die größte Problematik liegt meines Erachtens aber darin, dass viele junge und gut ausgebildete Notfallsanitäter dem Rettungsdienst den Rücken kehren, weil man ihnen den beherrschten Kompetenzbereich offiziell nicht zugesteht und keine eindeutige rechtliche Grundlage geschaffen wurde. Solange beispielsweise die Verabreichung von bestimmten Schmerzmedikamenten eine Einzelfallentscheidung bleibt und Notfallsanitäter weiterhin als bessere Helfer vom Notarzt angesehen werden, werden viele lieber ins Ausland gehen oder ein Medizinstudium daran hängen. Diese Problematik trägt auch dazu bei, dass Rettungskräften in der Bevölkerung teils eher ein Hilfsarbeiterimage anhängt, was es schwierig macht, Berufsanfänger für den Rettungsdienst zu begeistern. In Sachen Außenwirkung ist aber natürlich auch jeder Kollege selbst in der Verantwortung. Viele der sonst häufig in den Medien dargestellten Probleme sind jedoch aus meiner Sicht heraus eher hochgekocht und kein so schwerwiegendes Problem wie dargestellt. Insgesamt ist und bleibt es ein sehr toller Beruf, den ich sehr gerne ausübe.

Ihre Ansprechpartner zum Thema Arbeitnehmerüberlassung

Philipp Finkelmeier
+49 202 947 021 00
pfi@hireadoctor.de

Stefan Ortmann
+49 202 947 021 03
sor@hireadoctor.de